„Das ist unfair!“ — kaum ein Satz bringt in Kita-Teams so schnell Emotionen an die Oberfläche. Wir haben zu diesem Thema einen Artikel in KINDERGARTEN HEUTE geschrieben und teilen hier die wichtigsten Impulse für Teams und Leitungen
Ungerechtigkeit im Kita-Team ist selten ein kleines Nebenthema. Sie zeigt sich in Dienstplänen, Pausenregelungen, Aufgabenverteilung, Fortbildungen, Anerkennung oder Belastung in einzelnen Gruppen. Und sie wirkt oft lange nach.
Dabei geht es meistens nicht um Neid. Viel häufiger steckt hinter dem Gefühl von Ungerechtigkeit die Erfahrung: Ich werde nicht gesehen. Ich werde nicht beteiligt. Oder mir wird nicht erklärt, warum etwas so entschieden wurde.
Gerade in Kitas treffen viele unterschiedliche Lebens- und Arbeitsrealitäten aufeinander. Manche Kolleg:innen arbeiten in Teilzeit, andere übernehmen regelmäßig Randzeiten. Manche bringen viele Jahre Berufserfahrung mit, andere kommen neu in das Arbeitsfeld. Manche Gruppen sind stärker belastet als andere.
Deshalb ist wichtig: Gleichbehandlung und Gerechtigkeit sind nicht dasselbe. Nicht alles kann immer gleich verteilt werden. Aber Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein, respektvoll kommuniziert werden und Raum für Rückfragen lassen.
Wenn Fachkräfte sich dauerhaft unfair behandelt fühlen, kann das Folgen haben: Rückzug, Frust, Konflikte auf dem Flur, Lagerbildung oder der Gedanke, sich nicht mehr einzubringen. Für die pädagogische Arbeit ist das belastend, denn Kita-Qualität entsteht immer auch durch Zusammenarbeit.
Fairness im Team bedeutet deshalb nicht, alles gleich zu machen. Fairness bedeutet, transparent zu entscheiden, wertschätzend zu kommunizieren und gemeinsam zu klären, welche Regeln das Team braucht.
✅ Klare Kriterien für Dienstpläne, Pausen und Aufgabenverteilung
✅ Transparente Kommunikation bei Entscheidungen
✅ Raum für Rückfragen und unterschiedliche Perspektiven
✅ Regelmäßige Reflexion im Team
✅ Externe Begleitung, wenn Konflikte festgefahren sind
💡Gleich ist nicht automatisch gerecht: Unterschiedliche Arbeitszeiten, Aufgaben oder Belastungen können sachlich begründet sein.
💡Transparenz entlastet: Teams akzeptieren Entscheidungen eher, wenn sie nachvollziehen können, wie sie entstanden sind.
💡Gefühle ernst nehmen: Ein empfundenes Unrecht lässt sich nicht einfach wegdiskutieren. Es braucht Anerkennung und Gesprächsbereitschaft.
💡Konkretheit hilft: Statt „Immer bleibt alles an mir hängen“ lieber: „Mir fällt auf, dass ich in den letzten Wochen sehr häufig den Spätdienst übernommen habe.“
💡Leitung hat Einfluss: Auch wenn nicht jede Rahmenbedingung veränderbar ist, kann die Art der Kommunikation viel bewirken.
Unser Vorschlag für Teams und Leitungen:
1. Wahrnehmen: Was genau wird als unfair erlebt?
2. Sortieren: Geht es um Verteilung, Verfahren, Ton oder fehlende Information?
3. Ansprechen: Das Thema ruhig, konkret und ohne Vorwurf benennen.
4. Verstehen: Welche Gründe, Zwänge oder Perspektiven spielen eine Rolle?
5. Vereinbaren: Welche Regel, welches Ritual oder welche Veränderung braucht das Team?
Sie möchten Fairness, Kommunikation und Zusammenarbeit in Ihrem Kita-Team stärken?
Wir begleiten Teams und Leitungen mit praxisnahen Seminaren, Inhouse-Schulungen und Supervision zu Teamkultur, Konflikten und Zusammenarbeit im pädagogischen Alltag.
Kontakt aufnehmen [email protected] • Seminar anfragen
• Themen-Hub: Teamkultur und Konflikte in der Kita
• Nächster Artikel: Elterngespräche wertschätzend führen
• Zur Blog-Übersicht
Added to cart
Schau dir unseren Shop an, um zu sehen, was verfügbar ist